Gelungenes Gemeindefest in Töging

Ein Gottesdienst unter den Schatten spendenden Bäumen im kircheneigenen Garten war der Auftakt zum Gemeindefest in Töging  am letzten Sonntag. Der Altar war zwischen zwei Sträuchern aufgebaut und mehrere im Halbkreis aufgestellte Bankreihen boten den vielen Besuchern Platz. In seiner Predigt erzählte Pfarrer Johann-Albrecht Klüter die Geschichte der Ruth aus dem Alten Testament, die als Ausländerin in ihrer neuen Heimat ausgegrenzt war, sich aber nicht unterkriegen ließ und ihr Schicksal selbst in die Hand nahm. Passend dazu spielten die Konfirmanden zusammen mit Karin Kolbinger die Szene mit den berühmten Worten “Wo du hin gehst, da geh auch ich hin”, als Ruths Schwiegermutter Noomi zurück nach Bethlehem zog.

Gemeindefest Töging 2015

Anschließend gab es Mittagessen, Gebratenes und eine Salatbar stand vor der Kirche bereit, ein großes Kuchenbüffet war im Gemeindehaus aufgebaut und die Besucher verteilten sich anschließend auf den Plätzen im Garten. Unter den Gästen waren neben der 2. Bürgermeisterin Renate Kreitmeier, dem 3. Bürgermeister Günter Zellner auch Pfarrer Lang von der katholischen Nachbargemeinde und viele der zur Zeit in Töging lebenden Asylsuchenden. Für die Kinder stand jede Menge Abwechslung bereit: Kinderschminken, verschiedene Spielgeräte, so auch das Büchsenwerfen, übrigens der große Renner bei den Kleinen, und für die Großen der Klassiker: Das Seilziehen.
Gegen 13 Uhr füllte sich dann die Auferstehungskirche, angekündigt war ein Konzert, das die Pfarrfrau und Sängerin Cornelia Klüter seit einigen Wochen mit Kindern einstudiert hatte. Die Bänke füllten sich genauso gut wie zuvor beim Gottesdienst, die Kinder standen bereits auf der Stufe vor dem Altar, vor ihnen lagen einige Orff-Instrumente – Trommeln, Xylophone, etc. – bereit. Mit “Das Freudenfest” begannen die Kinder ihr Konzert, “He, Du!” und “Der Regenbogen” waren weitere Lieder. Sogar einen dreistimmigen Kanon hatte Frau Klüter mit den Kindern eingeübt. “Mit Feiern und Tanzen” entließen sie die Besucher nach einer halben Stunden wieder zum Fest nach draußen, bekamen aber zuvor den gebührenden Applaus. Diese musikalische Einlage war ein Höhepunkt des Festes und ruft nach einer Wiederholung beim nächsten Mal, da waren sich die Besucher beim Hinausgehen aus der Kirche einig.
Im Garten ging die Feier gemütlich weiter, wer noch keinen Kuchen hatte holte sich spätestens jetzt einen und zum Abschluß des Festes – am frühen Abend – fand noch ein spontanes Fußballspiel auf der Wiese hinter dem Gemeindehaus statt. Es war ein buntes Bild, Asylsuchende gegen Einheimische spielten zwar gegeneinander, sie hatten aber miteinander so viel Spaß, dass das Ergebnis nachher keiner so recht wußte und es auch gar keine Rolle spielte. Damit bewies dieses Fest, das hier eine wirkliche Willkommenskultur gelebt wird und Fremde hier durchaus, und sei es nur für eine kurze Zeit ihres Aufenthaltes, eine Heimat finden können. Ruth aus dem Alten Testament hätte ihre wahre Freude.