DEF – wieder so eine Abkürzung! Schon mal gehört?

Sicherlich, denn schon seit 1983 gibt es den aus dem Frauenkreis hervorgegangenen “ Deutschen Evangelischen Frauenbund Ortsverband Töging”. Das Logo ist unter anderem auch auf einer Tafel am Kirchenbaum, der anlässlich des 60. Jubiläums der Töginger Auferstehungskirche aufgestellt wurde, zu sehen.

Der DEF Töging zählt derzeit 34 Frauen als Mitglieder, die sich 2 mal monatlich, immer Mittwochs um 14.30 Uhr im Gemeindehaus treffen. Und was tun nun diese Frauen dort?

Um das genauer zu beschreiben, müssen wir eine kleine Zeitreise zurück in`s 19. Jahrhundert machen. Schon seit dieser Zeit begannen die Frauenbewegungen. 1899, also 1 Jahr vor der Gründung des Dte. Kath. Frauenbundes, fanden sich einflussreiche, meist adelige, evangelische Frauen im Deutschen Evangelischen Frauenbund zusammen mit dem Ziel der “Erweiterung ihrer Pflichten und Rechte im kirchlichen und bürgerlichen Gemeindeleben”. Die Bemühungen waren fruchtbar, schon 1905 gab es die erste Ausbildungsstätte für Frauen in sozialen Berufen. 1908 durften Frauen zur Ausbildung als Lehrerin studieren. Des Weiteren bemühte sich der DEF höchst engagiert um den Erhalt des aktiven Frauen-Stimmrechtes in der kirchlichen und bürgerlichen Gemeinde.

Der erste Weltkrieg machte dem allerdings ein Ende. In diesen 4 Kriegsjahren mussten alle Kräfte für die sogen. Heimatfront mobilisiert werden. Doch am 19.1.1919 bekamen die Frauen das aktive und das passive Wahlrecht, eine erste Frau hielt eine Parlamentsrede. Die Kirche zeigte nach ihrem damaligen Verständnis beträchtliche Widerstände, doch wurde das Frauenstimmrecht schließlich offiziell anerkannt.

Der DEF setzte sich für soziale Belange ein, u.a. schufen die Frauen verbindliche Dienstverträge für die vom Land in die Städte strömenden Mädchen, enthoben sie so der Willkür ihrer “Herrschaften”. Der DEF erreichte auch weibliche Betreuung von weiblichen Gefangenen.

1933 wurde das passive Wahlrecht den Frauen wieder genommen, 1949 wieder eingeführt. Seither machte die Gleichberechtigung der Frauen große Fortschritte.

Der Sitz des DEF ist Hannover, in allen Bundesländern sind Ortsverbände tätig, nach der Wiedervereinigung sind auch die Verbände in Ostdeutschland wieder erstanden. Auf der Grundlage des Evangeliums sind die Ziele immer noch: Bildung, Sozialarbeit, Gremiumarbeit, diese vorwiegend in den Landesverbänden, die mit anderen Frauenverbänden vernetzt sind und so

zusammen viel Einfluss nehmen können. Hier geht es mit Unterstützung der selbständig arbeitenden Ortsverbände um Petitionen betreffend Altersarmut, Frauenhäuser, Hilfsprojekte im Ausland, Gewaltprävention, Medienpolitik, Ökumene, Menschenrechte, usw., usw. .

Zurück zu der Eingangsfrage: Was tut der Töginger Evangelische Frauenbund (so wollen wir ihn abgekürzt einmal nennen). Nach Kaffee und Kuchen folgt meist ein Vortrag mit Diskussion über kirchliche, soziale, kulturelle, gesellschaftliche, gesellschaftspolitische und sonst. Themen. Auf dem Programm stehen auch Sitztänze, Gedächtnistraining, Literaturlesungen, Singen, Spiele, Sketche, und vieles andere mehr.

Wir freuen uns über eine seit Jahren gute Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und so backen die DEF-Frauen Kuchen für die Senioren-Nachmittage, übernehmen beim Gemeindefest das Kuchen-Buffett und helfen nach ihren Kräften bei den sonstigen Veranstaltungen, wie Weltgebetstag und ökum. Frauengottesdienst, usw.. Auch konnten durch die langjährigen Spenden des Frauenbundes viele Ausstattungsgegenstände in Kirche und Gemeindehaus angeschafft werden.

Alle Frauen, die interessiert sind an der Tätigkeit des DEF, alle Frauen, die einfach gerne Anschluss finden wollen, alle, die gerne eigene Interessen oder Themen vorstellen möchten, alle, die gerne in der Kirchengemeinde mittun möchten, sind herzlich willkommen beim Evangelischen Frauenbund in Töging. Auch auswärtige Seminare und Reisen können angeboten werden.

Bei Interesse genügt ein Anruf bei: Frau Anneliese Bagusat, 08631 90478 oder auch im Evangelischen Pfarramt 08631 91413. 14.7.14