Ensemble Vocarana gibt „Stillen Heldinnen“ aus der Bibel eine Stimme

Ein Abend mit wunderschöner, klassischer und zeitgenössischer Musik wurde am Sonntag in der Töginger Auferstehungskirche zu Gehör gebracht. Einfühlsam begleitet wurde das Ensemble von Wayne Lempke am Klavier. Eingeladen hatte die evangelische Gemeinde zu einem besonderen Erlebnis in der Reihe „GOTTESDIENSTanders“. Frauengestalten sollten ans Licht treten, starke Frauen aus biblischen Geschichten, die durch Überlieferung zu stillen Heldinnen geworden sind. Ihnen haben die sechs jungen Sängerinnen von Vocarana ein sehr persönliches Denkmal gesetzt, indem sie ihnen ihre Stimmen liehen.

Jede der Sängerinnen verkörperte eine Frau, die ihre eigene Sicht der geschichtlichen Ereignisse um ihre Person kundtut. Die listige Rebecca zum Beispiel, die ihren Mann täuscht, um Jakob an die Stelle Esaus zu setzen, die hoffnungsvolle Mirjam, die dafür sorgt, dass ihr Bruder Moses seine leibliche Mutter zur Amme bekommt und die Hure Rahab, die nichts zu verlieren hat und ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt. Die Leiterin des Ensembles Alexandra Vildosola mimt Maria Magdalena, die Jüngerin Jesu. Maria schließlich schreibt in ihr fiktives Tagebuch: “Ich wollte diese große Rolle nicht”. Ein ängstliches Mädchen, das stark und erwachsen werden muss für die Aufgabe ihres Lebens. Die Frauen wurden zu dem gemacht, wie wir sie heute wahrnehmen, sie mussten eine Entscheidung treffen, ihren schweren Weg gehen oder einen mutigen Schritt tun. So wie Esther die Frau des Königs von Babylon, die auf einmal die Verantwortung für ihr Volk in die Hand nehmen muss.

Als Zuhörer nimmt man den Sängerinnen ihre Botschaft ab, sie füllten die Frauen mit sehr persönlichem Leben und ließen die Hoffnungen, Nöte und Ängste der Heldinnen wider Willen spürbar werden.

Die Vokalstücke, die den größten Teil des Programms ausmachten, ließen diese Gefühle hörbar werden. Höhepunkt war wohl das hochinteressante und anspruchsvolle “Stars”, das ursprünglich für “gemischten Chor und Wassergläser” geschriebene Stück. Es wurde komponiert von dem aus Lettland stammenden Ēriks Ešenvalds. Das Flirren, das entsteht, wenn man mit dem Finger über den Rand eines Wasserglases streicht, gibt hier die ganz besondere Note.
Ein wundervolles Erlebnis, das Alexandra Vildosolo da zusammengestellt hat. Als hauptberufliche Sängerin und Konzertdramaturgin ließ sie in der Zugabe noch einmal ihr Temperament aufblitzen: Bei “Hail Holy Queen” aus “Sister Act” darf dann auch das Publikum mitklatschen, ehe es mit “Evening Rise” entlassen wurde.

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