Gospel meets Jazz – Tolles Konzert in der Auferstehungskirche

Töging. Der Gospelchor Masithi aus Osterhofen und Töging unter der Leitung von Kirchenmusikerin Cornelia Klüter und eine Jazz-Combo aus Vilshofen in Niederbayern gaben ein Konzert in der Töginger Auferstehungskirche. Kaiserwetter mit hochsommerlichen Temperaturen konnte die vielen Besucher nicht abhalten, in die Kirche zu kommen. Dieser musikalische Sommerabend fand im Rahmen der Reihe „GOTTESDIENST anders“ statt, bei dem stets ein Thema und/oder die Musik im Vordergrund steht und die Liturgie eher in den Hintergrund tritt.

Gleich zu Beginn eine Überraschung: Die Jazzcombo unter der Leitung des Pianisten Bert Umminger, einem Gymnasiallehrer i.R. spielte auf und keine Sänger waren zu sehen. Diese zogen erst nach dem Vorspiel der Band mit einem afrikanischen Gospel singend in die Kirche ein: Masithi. Übersetzt in etwa: „Kommt, singt und betet mit uns“. Dieser Song hat auch dem Chor seinen Namen gegeben. Zwei Blocks mit afrikanischen Gospels, christlichen Liedern (u.a. Senzenina und Mungi ibariki Africa – Gott segne Afrika) schlossen sich an. Wunderbar einfühlsam begleitet von der Jazzcombo. Tolle Leistung auch von Peter Wallner (percussion), der mit seinen Kongas eine afrikanische Stimmung zauberte. Dazwischen sprach der Hausherr, Pfarrer Klüter, ein paar Worte zur Begrüßung und ging ein wenig auf die Geschichte des Chores ein, der 1993 in Osterhofen von Cornelia Klüter gegründet wurde. Von Anfang an dabei: Pianist Albert Umminger, der dem Chor das „richtige Takt-feeling“ einhauchte. Die ganz besondere musikalische Harmonie zwischen Chorleiterin und Pianisten machte die Grundlage des großen Erfolges aus.

Wie von unsichtbaren Fesseln gelöst, spielten die Instrumentalisten in einem anschließenden Jazz-Block auf, dass die Kirche unter dem Klang der Instrumente bebte. Das Stück The mountain des Südafrikaners Abdullah Ibrahim und der Popsong Teardrops (Massive Attack) rissen die Zuhörer endgültig von den Sitzen. Überwätigend auch die Version von Blackbirds (Paul McCartney). Hervorragend hier die beiden Solisten Raphael Hermann (Trompete), der im „richtigen Leben“ Bauingenieur ist und der Berufschullehrer Peter Reckziegel (Bassposaune). Besonders letzterer begeisterte die Zuhörer, der mit seiner Posaune ein wahres Feuerwerk versprühte. Hervorragend die Leistung von Bert Umminger, der als Bandleader keine Probleme hatte, seine „wilden“ Musiker an die Zügel zu nehmen.

Von vielen als Höhepunkt empfunden waren die folgenden Songs. „Go down Moses“ wurde von der Chorleiterin solistisch vorgetragen. Cornelia Klüter ist ja eine klassisch ausgebildete Sängerin und an der Basilika Altötting als Altistin tätig. Eine Steigerung dieses Konzertparts war dann der folgende Popsong „(You make me feel like) a natural woman von Carol King, ursprünglich für Aretha Franklin (1967) geschrieben. Hier glänzten Cornelia Klüter und Tochter Catharina in einem wunderbar innigen Duett. Begleitet von Bert Umminger, der die instrumentale Musik wie alle Stücke extra und ganz individuell auf die Musiker neu arrangierte.
Anschließend gab es wieder einen Block des Chores mit Gospels: The parting glas, I want to be ready und Stay with me. Bei letzterem Chorstück übernahm wieder Cornelia Klüter den Soloteil.

Nocheimal nahmen die Jazzmusiker allein das Ruder mit dem Hardbop-Stück von Nat Adderly Sweet Emma in die Hand. Diese Weiterentwicklung des Jazz Mitte der 1950er Jahre war eine afro-amerikanische Gegenbewegung zum West Coast Jazz (Cool Jazz), der v.a. von weißen Musikern gespielt wurde. Die Hardbop-Bewegung übernahm Elemente aus dem Soul und Blues, was eine insgesamt „härtere“ Spielweise gegenüber dem bisherigem Jazzstil mit sich brachte. Ganz toll von der Vilshofener Jazzcombo dargestellt. Danach gab es noch einen klassischen Blues Working with homesick von James Homesick (1964), bei dem die Soloinstrumente glänzten.

Endlich konnten auch die Zuhörer mit Amazing grace und We shall overcome mitsingen. Das Vaterunser wurde dann vom Chor in zwei verschiedenen Versionen vorgetragen: in Deutsch und als afrikanischer Gospel Baba yetu. Nach dem Segen endete der Abend mit Spiritual All nicht, all day und Power von Myrna Summers.
Langer stehender Applaus der Besucher in der voll besetzten Kirche war der Dank an die Musiker. Mit An irish blessing und Masithi als Zugabe wurde der Abend in der Kirche beendet. Im Anschluß gat es einen Sektempfang vor der Kirche, bei dem die Zuhörer mit den Musikern ins Gespräch kommen konnten.

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