GOTTESDIENSTanders – ökumenisch

Über 100 Besucher strömten am Sonntag Nachmittag in die Töginger Auferstehungskirche. Das ökumenische Frauenteam aus Töging und Erharting gestaltete diesmal den „etwas anderen Gottesdienst“. Das Frauenteam warf im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ ganz bewußt einen Blick auf die Reformation aus weiblicher Sicht. Der Gottesdienst wurde musikalisch vom FrauenVokalEnsemble Töging umrahmt.
Bekannte und weniger bekannte Frauen aus der Reformationszeit trafen sich bei der Gastgeberin Katharina Luther (gespielt von Karin Kolbinger), der Ehefrau von Martin Luther und unterhielten sich über den Beitrag von Frauen zur Reformation. Katharina Luther galt lange Zeit als Vorbild für die evangelische Pfarrfrau. Die Erzählerin Doris Neuberger stellte die einzelnen Damen vor.


Katharina Zell (gespielt von Cornelia Klüter), die Ehefrau des Straßburger Stadtpfarrer: Eine der wenigen Laientheologinnen und Schriftstellerinnen der Reformation. Baute diakonisch/caritative Arbeit für Glaubensfüchtlinge in ihrer Heimatstadt auf.
Elisabeth Cruciger (gespielt von Elisabeth Walter): Erste Dichterin des Protestantismus. Ihr Lied “Herr Christ, der einig Gotts Sohn” ist eines der ältesten evangelischen Kirchenlieder und gehört zum Kernbestand der reformatorischen Choräle (Evangelisches Gesangbuch Nr. 67).
Argula von Grumbach (gespielt von Anneliese Bagusat) war eine kämpferische Streiterin für die Reformation und legte sich mit den gelehrten Männern der Universität Ingolstadt an. Sie verteidigte die Lehren der Reformation und rebellierte gegen die patriachialische Ordnung in der Gesellschaft.
Willibrandis Rosenblatt (gespielt von Rosemarie Barzelt) ist eher eine bescheidene Pfarrfrau gewesen, die diakonisch im Hintergrund wirkte.
Olympia Fulvia Morata (gespielt von Christa Eberherr): eine imposante und hochgelehrte Italienerin, die akademisch wirkte. Man hatte ihr einen Lehrstuhl an einer Universität angeboten. Diesen konnte sie nicht mehr annehmen, da sie sehr jung starb.

Die Frauen feierten mit der Gemeinde ein Agapemahl mit Brot und Weintrauben, die als Stärkung für ihren Einsatz in und für die Kirche verstanden. Das große Fürbittengebet sprach Cilli Schinkinger und die Vorsitzende des evangelischen Frauenbundes, Anneliese Bagusat sprach den Schlußsegen und lud die Gottesdienstteilnehmer zu einem kleinen Empfang in das Gemeindehaus. Es gab noch lange Gespräche über die Anliegen dieses besonderen Gottesdienstes. Die Tradition der von Frauen gestalteten Gottesdienste in Töging sollte man weiter fortführen. Darüber waren sich die Besucher einig.