Reformation (lat. reformatio: Neugestaltung, Erneuerung)

 Was als Diskussionsgrundlage gedacht war, wurde Auslöser für eine Kirchenspaltung: In der Nacht vom 31. Oktober zum 1. November 1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Kirchentüre in Wittenberg.
Jahre hatte Luther darum gerungen, wie man Gott gnädig stimmen kann. Doch er erkannte, weder ein noch so edler Lebenswandel, noch entsprechend gute Werke können ihn umstimmen, denn Gott ist bereits “vorauseilend” gnädig: im Tod am Kreuz von Jesus hat Gott den Menschen abgenommen, sich das Seelenheil selber zu verdienen. Der Mensch kann sich nur vertrauensvoll glaubend Gott zuwenden  und sich mit guten Taten im Nachhinein “bedanken”.
Die gängige Praxis der katholischen Kirche dagegen versprach, durch kostspielige Ablassbriefe könnten sich die Käufer von ihren Sünden frei kaufen.
Gegen diese Missstände, aber auch gegen den Anspruch des Papsttums auf die weltliche Herrschaft und die Sakramentenlehre wandte sich Luther mit seiner Kritik, der damit Gedanken von John Wiclif und Jan Hus aufgriff und weiterführte.
Die damaligen modernen Medien kamen der Reformation  der Rück-Besinnung auf die rein biblische Botschaft zupass: durch den Buchdruck fanden die Thesen von Martin Luther schnell große Verbreitung.
Die Thesen von Martin Luther sollten Grundlage sein, um über die Missstände in der Kirche ins Gespräch zu kommen und sie zu beheben – nicht, um die Kirche zu spalten. Doch statt konstruktiver Gespräche wurde Luther mit dem kirchlichen Bann belegt und die Reichsacht über ihn ausgesprochen.
Doch das Gedankengut hatte sich bereits verselbständigt und weitere Anhänger gefunden. Die Folge waren unter anderem neue Gottesdienstformen (mit Schriftlesung und Predigt im Mittelpunkt) und als Gottesdienstsprache nun Deutsch statt Latein, die Abschaffung des Zölibat, das Bilderverbot in den Kirchen, die Reduzierung der Sakramente auf Taufe, Abendmahl und Buße  und vorallem der Gedanke der Rechtfertigung.

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