Steine als Zeichen der Hoffnung

Liebe Kinder,
alles ist anders in diesen Tagen: Die Schule ist zu, der Kindergarten hat geschlossen.
„Prima“, haben manche von euch vielleicht zuerst gedacht, „dann haben wir ja noch länger Osterferien!“.
Aber ganz so lustig ist es leider nicht. Denn wenn wir Ferien hätten, dann könnten wir Ausflüge machen. Ins Schwimmbad oder Museum fahren. In den Tierpark oder den Kletterwald. Und vor allem Freunde treffen. Aber das alles ist jetzt gestrichen. Denn im Moment gibt es ein ganz blödes Virus, das ganz viele Menschen krank macht. Corona heißt es. Und es ist so ansteckend, dass wir zu Hause bleiben sollen, nicht unsere Freude treffen und manchmal nicht mal Oma und Opa besuchen können. Auch die Gottesdienste in unseren Kirchen können im Moment nicht gefeiert werden.
Was machen wir denn da?
Mich hat das an eine Zeit erinnert, als schon mal Menschen, die an Gott und Jesus Christus glaubten, keine Gottesdienste feiern durften.
Das ist schon sehr, sehr, sehr lange her (fast 2000 Jahre) und damals war kein Virus schuld, sondern der Kaiser von Rom. Der wollte sich nämlich als Gott verehren und anbeten lassen. Für die Christen war das unmöglich: Es gibt schließlich nur einen einzigen Gott.

Deshalb wurden sie damals vom römischen Staat verfolgt. Sie durften sich nicht treffen und keine Gottesdienste feiern.
Aber die Christen waren ziemlich klug und hatten eine gute Idee: Sie hatten ein Geheimzeichen, mit dem sie sich gegenseitig zeigen konnten, wer an Jesus Christus glaubt. Ein Fisch! Nur die Christen haben gewusst und verstanden: Wo das Bild von einem Fisch aufgemalt ist, da sind andere Christen. Die glauben auch an Gott. Da bin ich nicht alleine. Und da wird ein Gottesdienst gefeiert!
Ich dachte mir: Das können wir auch! Wir nutzen einfach auch den Fisch als Geheimzeichen, um miteinander in Verbindung zu bleiben.
Deshalb habe ich eine Aufgabe für Euch:
Sucht schöne Steine.
Macht sie ein bisschen sauber – und malt einen Fisch darauf.
Mit Farbe, die auch im Regen nicht verschwindet.
Also am besten mit Acrylstiften oder Lackfarbe.
Mit Eddings oder ….
Wer dennoch gern Wasserfarben verwendet, sollte diese Steine nur im Haus deponieren, vielleicht vor einer Wohnungstür.
Natürlich könnt Ihr auch andere Motive verwenden: Ein Herz für die Liebe. Oder einen Regenbogen als Zeichen der Hoffnung.

Und verteilt diese Fisch/Herz/Regenbogen-Steine in Eurer Nachbarschaft. Bei Menschen, die Ihr gern habt. Oder die einsam sind.
Vor Haustüren und an Straßenecken. Vor der Kirche und am Rathaus. Und wer so einen bemalten Stein findet, der weiß: „Hurra! Jemand hat an mich gedacht“.
Der Stein erinnert uns an Jesus Christus. Und der hat einmal zu seinen Freunden gesagt: „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Matthäus 18,20)
Wir können uns im Moment zwar nicht mehr gleichzeitig treffen. Aber wenn eine einen Hoffnungs-Stein malt und verteilt – und ein anderer ihn findet: Dann sind es trotzdem zwei, die in seinem Namen versammelt sind. Und dann ist Jesus Christus mitten unter uns.
Damit wir das feiern und viele Gründe haben uns zu freuen: Bemalt viele wunderschöne Steine und verteilt sie!
Wer mag, kann ein Foto vom Malen, Verteilen oder Finden machen und ich würde es auf unserer Homepage und in Facebook veröffentlichen.
Alles Gute und Gott behüte Euch!
Euer Pfarrer Johann-Albrecht Klüter